Leitstelle der Zukunft

Die Leitstellen der Zukunft werden neben dem „klassischen“ Portfolio weitere Aufgaben als zentrales Steuerungsorgan in der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr wahrnehmen. Die Integrierten Leitstellen erfüllen Aufgaben des Rettungsdienstes, des Brandschutzes und der technischen Hilfe und werden zunehmend die Rolle als Führungshilfsmittel sowie als wichtige Stelle der Lagebewertung der Katastrophenschutzbehörden und des kommunalen Krisenmanagements einnehmen. Die Aufgaben der Leitstellen werden damit deutlich über die klassische Bearbeitung von Gefahrenmeldungen sowie die Disposition, Alarmierung und die Einsatz- und Führungsunterstützung hinausgehen. Neben der Bereitstellung der bisherigen notwendigen Fähigkeiten der operativen Gefahrenabwehr, muss auf der Grundlage eines behörden- und organisationsübergreifenden sowie Führungsebenen übergreifenden, interdisziplinären Informations- und Kommunikationsverbundes, die Fähigkeiten einer interdisziplinären Führung in Krisenfällen durch einen Informationsraum sichergestellt werden. Dieser muss alle relevanten Personen, Stellen, Organisationseinheiten und Einrichtungen vernetzen. Hierbei stellt die Leitstelle als Dienstleister für Informationsmanagement den Führungsgremien in der Gefahrenabwehr auf allen Ebenen ein gemeinsames, rollenorientiertes und zeitgerechtes Lagebild für die Entwicklung eines gemeinsamen Lageverständnisses und als fundierte Entscheidungsgrundlage zur Verfügung. Der gesellschaftliche Wandel erzeugt erhebliche Herausforderungen für den zukünftigen Leitstellenbetrieb mit dem zugehörigen Informationsmanagement sowie in der operativen Gefahrenabwehr der Leitstelle der Zukunft. So geht der Trend dahin, dass es zunehmend weniger ambulante Versorgungsstrukturen in der Fläche geben wird und die Resilienz der Bevölkerung weiter abnimmt. Das bedeutet auch, dass die Leitstelle künftig auch Zugriff auf andere Ressourcen außerhalb der klassischen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) haben muss, um den Ansprüchen der Bevölkerung unter der Berücksichtigung einer wirtschaftlichen Ressourcenvorhaltung gerecht zu werden. Die Leitstellen werden eine zunehmend zentralere Rolle im Netzwerk der Gefahrenabwehr einnehmen und müssen hierfür eine große technisch-organisatorische Sicherheit im Betrieb und das bewusste Vorbereiten auf Krisensituationen, wie Systemausfall, Brandereignisse, Anschlagsszenarien, Ausfall von KRITIS oder Pandemien vorsehen.

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